Stiller Reflux? Was bedeutet das?

Bei der Refluxkrankheit fließt die scharfe Magensäure aus dem Magen zurück in die Speiseröhre, wo sie ein schmerzhaftes Brennen, das sogenannte „Sodbrennen“ verursacht. Im fortgeschrittenen Stadium kann die Magensäure bis zum Kehlkopf aufsteigen, so dass sich dieser entzündet. Oft wird die Erkrankung außerdem von chronischem Husten begleitet. Durch die andauernde Reizung der Schleimhaut der Speiseröhre wird das Auftreten von Speiseröhrenkrebs begünstigt.

Der stille Reflux

Beim stillen oder laryngopharyngealen Reflux ist vor allem der Kehlkopf der Patienten betroffen. Die Krankheit wird als stiller Reflux bezeichnet, da ihre Symptome für die Refluxerkrankung eher untypisch sind und da die betroffenen Patienten meist nicht einmal das sonst charakteristische Sodbrennen verspüren.

Symptome

Zu den charakteristischen Anzeichen des stillen Reflux gehören ein chronischer Husten (der sogenannte Reflux-Husten), eine latente Entzündung des Rachens, ein ständiges Räuspern, ein Kloßgefühl im Hals, andauernde Halsschmerzen, Schluckbeschwerden, allgemeine Heiserkeit, Neigung zur Schleimbildung im Hals- und Rachenraum, Nebenhöhlen- oder sogar Mittelohrentzündungen. Insgesamt also eine Symptomatik, die eher auf eine Bronchitis oder auf Halsbeschwerden schließen lässt, als auf die Refluxkrankheit. Oft wird durch die Betroffenen zunächst der Allgemeinmediziner oder Internist aufgesucht und es kommt zur Fehlbehandlung, da meist eine Bronchitis oder eine Erkältung diagnostiziert wird. Meist kann erst der HNO-Arzt nach längerem Leidensdruck anhand einer endoskopischen Untersuchung des Kehlkopfes die zutreffende Diagnose stellen oder die Krankheit an ihren atypischen Symptomen (da Sodbrennen und der unspezifische Schmerz hinter dem Brustbein fehlen) erkennen. Betroffen sind vom stillen Reflux Personen aller Altersgruppen und jeden Geschlechts: also sowohl Kinder und Jugendliche, wie auch Erwachsene. Besonders bei Kindern, den sogenannten „Refluxkindern“, gestaltet sich die Diagnose der Krankheit schwierig und diese leiden nicht selten über einen langen Zeitraum still vor sich hin. Die Symptome der Refluxkrankheit können dabei in unterschiedlichen Schweregraden auftreten, die dann auch die jeweiligen Therapieansätze maßgeblich bestimmen.

Therapie

In leichten Fällen ist meist die Umstellung der individuellen Eß- und Lebensgewohnheiten ausreichend, während bei fortgeschrittenem Schweregrad die medikamentöse Therapie angezeigt erscheint. In sehr schweren Fällen muss mitunter auch ein operativer Eingriff erfolgen, um die Symptome dauerhaft zu beseitigen. Die erwähnte Umstellung der Eß- und Lebensgewohnheiten besteht meist im Verzicht auf eine Einnahme von Mahlzeiten bis zu 3 Stunden vor dem Schlafengehen, dem Verzehr kleinerer Portionen und dem langsameren Essen, dem Meiden von fetten fette Speisen, Scharfem, Saurem sowie von Alkohol und Nikotin, dem Tragen von weiter Kleidung um Bauch und Hüften, der Gewichtsreduzierung im Falle von Übergewicht und dem Schlafen mit einem deutlich erhöhtem Kopfteil des Bettes.

Ein Gedanke zu „Stiller Reflux? Was bedeutet das?“

  1. Der Artikel ist recht interessant beschrieben. Leider wird hier auf die „Diagnostik“ überhaupt nicht eingegangen:

    Zwar haben Sie richtig beschrieben, dass Patienten und Patientinnen einen langen Leidensweg hinter sich haben, erwecken aber den Anschein ein Arzt könne „per Laryngoskopie“- also der endoskopischen Betrachtung des Kehlkopfes – eine Diagnose stellen. Genau dies erweist sich jedoch als nicht durchführbar. Der Rückfluss der Magensäure kann nämlich sowohl flüssig als auch gasförmig erfolgen. Eine Rötung muss nicht immer sichtbar sein. Zudem tritt der Reflux meist nachts auf, die Symptomatik erfolgt dann oft am Morgen (also nach dem Aufstehen). Bis der Betroffene beim Arzt auf dem Stuhl sitzt, ist per Endoskop nicht’s mehr zu erkennen…

    Eine pH-Metrie im Rachen, also genau dort wo die Symptome entstehen, ist also für eine verlässliche Diagnostik unerlässlich und sollten Sie auch dringend verweisen – zumindest zum Wohle Ihrer Besucher.

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